URL: www.altenhilfe-caritas.de/pressemitteilungen/papierberge-im-pflegealltag-muessen-kleiner-werden/829844/
Stand: 03.08.2015

Bürokratieabbau

Altenpflege hat Vorrang

Papierberge im Pflegealltag müssen kleiner werden

Die Teilnehmer am Gespräch im Caritas-Pflegeheim St. Martin (v.l.n.r.): Albert Rupprecht, Bürgermeister Rupert Troppmann, Stefanie Schricker, Karl-Josef Laumann, Silvia Schmidt, Roswitha Maria Straßer, Josef Karl und Dr. Robert Seitz. Die Teilnehmer am Gespräch im Caritas-Pflegeheim St. Martin (v.l.n.r.): Albert Rupprecht, Bürgermeister Rupert Troppmann, Stefanie Schricker, Karl-Josef Laumann, Silvia Schmidt, Roswitha Maria Straßer, Josef Karl und Dr. Robert Seitz. Caritas Regensburg

Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen – da waren sich alle Teilnehmer der Gesprächsrunde im Alten und Pflegeheim St. Martin einig. Auf Einladung von Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht ist der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Anfang Mai zu einem Besuch nach Neustadt gekommen, um vor Ort über den Bürokratieabbau zu sprechen. Mit dazu kamen Neustadts Bürgermeister Rupert Troppmann, Heimleiterin Stefanie Schricker, die Pflegedienst- und Wohnbereichsleiterinnen Romana Podschun und Silvia Schmidt, Caritas-Abteilungsleiter Dr. Robert Seitz, die Caritas-Qualitätsbeauftragte Roswitha Maria Straßer, und der Vorsitzende der Heimbewohnervertretung, Josef Karl.

"Mehr als eine Stunde Arbeitszeit verlieren unsere Pflegekräfte pro Arbeitstag durch die Bürokratie", verdeutlichte Rupprecht die Ausgangslage. "Pflegedokumentation und Qualitätssicherung sind wichtig, aber die Zeit für die Bewohner darf dabei nicht zu kurz kommen, hier müssen wir besser werden", ergänzte der Abgeordnete. Das kommt auch dem Wunsch von Heimleiterin Stefanie Schricker nahe. Einen großen Wecker und jede Menge Akten brachte Schricker mit, "damit man einen Eindruck davon bekommt, welche Papierberge wir jeden Tag zu bewältigen haben", sagte die Heimleiterin.

Bei Pflegebevollmächtigtem Karl-Josef Laumann stieß Schricker dabei auf offene Ohren. Bereits Anfang 2015 startete das von ihm unterstützte Projekt "Ein-STEP" des Bundesgesundheitsministeriums; ein Strukturmodell, das die Entbürokratisierung in der Pflegedokumentation unterstützt. Das schlankere Dokumentationskonzept komme gut an bei den Pflegeeinrichtungen, bislang haben sich mehr als 9200 stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen für die Umstellung auf das neue Modell entschieden. Damit würde die Dokumentation gezielter und effizienter gestaltet, ohne fachliche Standards zu vernachlässigen und die Qualität zu gefährden. Damit letztlich der Mensch wieder im Mittelpunkt steht und mehr Zeit für die vielen kleine Dinge im Pflegealltag bleibt.

Die Caritas Regensburg ist als Träger von 18 Pflegeheimen Pionier, was den Abbau von Bürokratie angeht. Schon vor zwei Jahren reichte zum Beispiel der Heimbeirat des Regensburger Elisabethinums mit Unterstützung des Caritasverbands beim Deutschen Bundestag dazu eine Petition ein. 20 000 Unterschriften kamen damals gegen den Bürokratiewahn in der Pflege zusammen. Mit vier Häusern ist der Diözesan-Caritasverband an dem Projekt zur Entbürokratisierung beteiligt. "Pflege hat für uns viel mit Begegnung und Zuwendung zu tun. Dafür brauchen unsere gut ausgebildeten Pflegekräfte eben auch Zeit", sagte Dr. Robert Seitz, Abteilungsleiter bei der Caritas. Es müsse endlich wieder mehr um Altenpflege als um Aktenpflege gehen.